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Freiwilligendienst für Senioren im Ausland

Freiwilligendienst im Ausland für ältere Erwachsene

von admin

Wer sich heute als älterer Erwachsener für einen internationalen Freiwilligendienst entscheidet, stellt schon lange keinen Exoten mehr da. Das Interesse, für einige Wochen oder Monate im Ausland zu leben und dabei Gutes zu tun, wächst stetig. Diese Reiseform bietet einen ungetrübten Blick auf Sprache, Kultur und Lebensweise des Gastlandes, fernab aller Touristenpfade.

Internationale Freiwilligendienste stellen eine einzigartige Erfahrung dar, durch die das Eintauchen in eine fremde Kultur ermöglicht wird und der eigene entwicklungspolitischen Bildungshorizont erweitern werden kann. Als Lohn gibt es oft die Gewissheit, eine sinnvolle und wertschätzende Aufgabe erfüllt zu haben.

Was ist unter einem Freiwilligendienst zu verstehen?

Wie der Name es verrät, handelt es sich bei einem internationalen Freiwilligendienst um einen zeitlich begrenzten Auslandseinsatz, bei dem sich Freiwillige unentgeltlich durch ihre Mithilfe an einem sozialen Entwicklungsprojekt engagieren und damit einen wertvollen Beitrag zur Stärkung der Demokratie, Menschenrechte und der weltweiten Solidarität leisten.

Es handelt sich bei solchen Diensten meist um eine Tätigkeit, bei der die Freiwilligen meist innerhalb einer Vollzeitbeschäftigung in den Arbeitsalltag ihres Projektes und in die Lebenswelt der in dem Land ansässigen Menschen eingebunden werden. Viele der internationalen Freiwilligendienste werden durch Entsendeorganisationen vorgenommen. Entsendeorganisationen leisten die organisatorische Vorarbeit im Vorfeld eines Projektes (Versicherungsschutz, Reiseangelegenheiten, Projektbeobachtung,…) und dienen vor Ausreise dem Freiwilligen als Ansprechpartner. Eine Entsendeorganisation betreut oftmals mehrere Projekte in verschiedenen Gebieten der Welt.

Wer sich für einen Freiwilligendienst mit Hilfe einer Organisation entscheidet, schließt mit ebendieser einen privatrechtlichen Vertrag ab, der die entstehenden Kosten und Leistungen reglementiert. Es ist aber auch ein selbstorganisierter Freiwilligendienst im Ausland möglich. Im Gegensatz zum organisierten Einsatz entfallen hier die Kosten für die Vorbereitung und die Organisation. Allerdings benötigt ein selbstorganisierter Einsatz mehr Vorbereitungszeit, da organisatorische Dinge, die sonst durch die Organisation geregelt worden wären, selbst übernommen werden müssen. Man muss sich somit entscheiden, ob man lieber mehr Zeit in die Vorbereitung investieren möchte, um Kosten zu sparen, oder etwas mehr Geld ausgibt und damit durch die Entsendeorganisation abgesichert ist.

Persönliche Voraussetzungen

Wer sich für soziales Engagement im Ausland interessiert, sollte zunächst überprüfen, ob die persönlichen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Neben einer soliden körperlichen Verfassung sollte man sich zu Beginn die Frage stellen, was einen für eine freiwilliges Engagement motiviert und ob man psychisch in der Lage ist, sich auf eine völlig neue Lebens- und Arbeitssituation einzustellen. Es geht also zunächst darum, zu reflektieren, was man sich selbst von einem solchen Einsatz erwartet, an welchen Aufgaben man interessiert ist und welche Motivation man für ein unentgeltliches Engagement in einer fremden Umgebung mitbringt.

Man sollte zudem genügend Flexibilität für die Anpassung an unbekannte Situationen aufbringen, da bei den typischen Zielländern für einen Freiwilligendienst oftmals andere Gegebenheiten hinsichtlich der Wohnverhältnisse und des Komforts existieren oder auch Kommunikationsschwierigkeiten auftreten können. Des Weiteren kann es je nach Einsatzort und Projekt hilfreich bzw. notwendig sein, bestimmte Sprachkenntnisse oder eine besondere psychische Stabilität für den Einsatz zu besitzen, da man u.U. mit prekären Lebensverhältnissen konfrontiert wird.

Tätigkeitsbereiche von internationalen Freiwilligendiensten

Als Freiwilliger kann man zwischen einer Vielzahl an Tätigkeitsbereichen wählen. Die Tätigkeitsbereiche erstrecken sich über ökonomische, soziale, kulturelle bis hin zu ökologischen Projekten, so dass man sein persönliches Interesse und seine Fähigkeiten gezielt einbringen kann. Die Auswahl des Tätigkeitsbereiches stellt dabei eine Möglichkeit dar, ein passendes Projekt für sich zu finden und danach zu schauen, in welchen Ländern ein geeignetes Projekt möglich ist.

Am einfachsten funktioniert dies über die Entsendeorganisationen. Sollte ein spezifisches Interesse an einem bestimmten Land bestehen, ist es natürlich auch möglich, innerhalb eines Landes nach einem passenden Projekt zu suchen. Allerdings sollte man sich bei der Wahl für einen Freiwilligendienst eher nach Projektinteressen und Fähigkeiten orientieren, als einen bestimmten Länderwunsch festmachen. Im Einzelnen lassen sich die Freiwilligenprojekte in die folgenden Tätigkeitsbereiche einteilen:

  • Soziale Einsatzfelder: Schule und Bildung, Krankenbetreuung, Aidshilfe- und prävention, Seniorenarbeit, Obdachlose und Migranten, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, Unterstützung der Bevölkerung und Menschenrechtsarbeit, medizinische Einsätze, Gewaltprävention, Friedens- und Versöhnungsarbeit, Fundraising und Öffentlichkeitsarbeit

Viele der Freiwilligendienste finden im sozialen Bereich statt. Es geht darum, sozial benachteiligten Menschen zu helfen. Somit verwundert es nicht, dass es viele Einsatzbereiche im Umfeld von Kinderheimen und Waisenhäusern, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen sowie in Straßenkinderprojekten gibt. Auch Öffentlichkeitsarbeit kann ein Bereich des freiwilligen Engagements darstellen.

  • Ökologische Dienste: Umweltprojekte

Innerhalb von Umweltprojekten geht es darum, sich für den Tier- und Umweltschutz zu engagieren und sich für die Landschaftserhaltung, die Tierpflege oder den Tierschutz einzusetzen.

  • Kulturelle Dienste: Kulturzentren,Museen und Gedenkstätten

Zu den Einsatzfeldern im kulturellen Bereich zählen die Mitarbeit in Kulturzentren und anderen Einsatzorten wie Museen und Gedenkstätten, deren Ziel es ist, Kultur und Geschichte zu bewahren und zu vermitteln.

Entsendeorganisationen für einen internationalen Freiwilligendienst

Grundsätzlich müssen zwei Arten von Entsendeorganisationen für einen Freiwilligendienst im Ausland unterschieden werden. Der Großteil an Entsendeorganisationen bietet Interessierten eine Mitarbeit in Projekten an, bei denen die berufliche Qualifikation keine tragende Rolle spielt und daher auch keine besonderen Fachkenntnisse oder bestimmte Berufserfahrungen für ein Engagement notwendig sind. Vielmehr sind hier persönliche Eigenschaften wie der Wille zum Engagement und die Fähigkeit zur Flexibilität und Belastbarkeit gefragt. Es ist jedoch im eigenen Interesse, immer auch gewisse Fremdsprachenkenntnisse des Gastlandes mitzubringen. Im Gegensatz dazu gibt es auch Entsendeorganisationen, die gewisse berufliche Fähigkeiten voraussetzen, um an einem Freiwilligendienst teilnehmen zu können.

Einsatzorte eines internationalen Freiwilligendienstes

Da die meisten internationalen Freiwilligendienste der Entwicklungszusammenarbeit zugeschrieben werden können und mit den Programmen das Ziel verfolgt wird, die sozialen, ökologischen, kulturellen, gesellschaftlichen und bildungsbezogenen Verhältnisse in den jeweiligen Ländern zu verbessern, werden Frewilligendienste häufig in Entwicklungsländern angeboten. Welche Einsatzländer und Projekte im Einzelnen angeboten werden, ist von den Organisationen abhängig.

Dauer eines internationalen Freiwilligendienstes

Wie lang ein Freiwilligenprogramm im Ausland dauert, ist pauschal nicht zu beantworten, da die Länge eines Einsatzes von der Entsendeorganisation und von dem angebotenen Programm abhängig ist. Die meisten Freiwilligendienste setzen aber einen Mindestaufenthalt von drei Monaten voraus. Mittelfristige Programme beziehen sich in der Regel auf einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Langfristige Auslandseinsätze beginnen bei sechs Monaten und sind häufig nach 12 Monaten beendet. Allerdings existieren auch Freiwilligeneinsätze, die bis zu 1,5 Jahren dauern können. Auf jeden Fall sollte man in seiner Person sehr gefestigt und flexibel sein, da man innerhalb eines Freiwilligendienstes möglicherweise mit Situationen und Lebensumständen konfrontiert wird, die einen sowohl emotional als auch in kultureller Hinsicht stark berühren können.

Kosten eines internationalen Freiwilligendienstes

Vorab muss an dieser Stelle gesagt werden, dass ein internationaler Freiwilligendienst nicht kostenlos durchführbar ist, auch wenn man sich in den Dienst eines ehrenamtlichen und freiwilligen Engagements stellt. Die Kosten eines Freiwilligendienstes pauschal zu definieren, ist schwierig, da sie von der Entsendeorganisation, den erbrachten Leistungen, dem Programm sowie der Einsatzdauer und dem Einsatzland abhängig sind.

Erkundigen Sie sich bei der Entsendeorganisation, was der Programmpreis beinhaltet und vergleichen Sie Angebote. In den nächsten Jahren werden vermutlich immer mehr Angebote, auch für ältere Erwachsene, im Bereich des freiwilligen Engagements entstehen. Sprechen Sie mit den Entsendeorgansationen und lassen Sie sich bei der Auswahl Zeit. Oftmals ist ein gutes Bauchgefühl auch als Indiz für oder gegen ein Programm zu werten.

Wie finde ich eine passende Freiwilligendienststelle?

Ein Freiwilligendienst ist kein touristischer Aufenthalt und kann einen vor große Herausforderungen stellen. Gerade im Bereich sozialen Projekte wird man Menschen begegnen, denen es schlecht geht und die besondere Unterstützung benötigen. Wahrscheinlich kann man sich anfangs noch nicht einmal ausreichend mit ihnen verständigen, da man ihre Sprache nicht spricht. Es kann nicht vorausgesetzt werden, dass in dem Wahlland Englisch gesprochen und verstanden wird. Deswegen ist Ihre Anpassungsbereitschaft gefragt. Gerade bei Freiwilligendiensten in Entwicklungs- und Schwellenländern ist der gewohnte Alltagskomfort selten gegeben. Man muss bereit sein, ggf. auf die tägliche Dusche, das Surfen im Internet oder eine abwechslungsreiche Ernährung zu verzichten.

Sollten Sie sich für die Option eines Freiwilligendienstes entscheiden, sollten Sie sich bei Ihrer Entsendeorganisation über die Gegebenheiten im Projekt erkundigen. Wie werden Sie untergebracht sein, seit wie vielen Jahren werden Deutsche in das Projekt versandt und ist es auch als älterer Erwachsener möglich, sich gut in das Projekt einzubringen? Welche Rahmenbedingungen herrschen sonst vor? Gibt es eine Vorbereitung vor Ausreise und wie wird mit den Partnerorganisationen vor Ort zusammengearbeitet? Haben Sie einen Ansprechpartner vor Ort und wie sieht es gegebenenfalls mit der medizinischen Versorgung vor Ort aus?

Über all diese Fragen können Sie sich vor der Ausreise Gedanken machen. Wenn es Ihnen bei Ihrem Freiwilligendienstprojekt auch um den Spracherwerb geht, sollten Sie sicherstellen, dass sie nicht in ein Projekt vermittelt werden, in dem es ausschließlich andere deutsche Freiwillige vor Ort gibt.

Wahre Motivation, Einsatzbereitschaft und Überzeugung für die Sache zählen letztendlich zu den Grundvoraussetzungen eines jeden internationalen Freiwilligendienstes.

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